Im Januar verwandelt sich dieser unterschätzte Ort in ein Märchen aus Schnee und Geschichte – und spart euch hunderte Euro gegenüber klassischen Winterzielen

Wenn der Januar seine kalte Hand über Europa legt, verwandelt sich Brașov in ein märchenhaftes Winterwunderland, das Paare mit seinem unwiderstehlichen Charme verzaubert. Die mittelalterliche Stadt am Fuße der Karpaten bietet genau die richtige Mischung aus Romantik, Abenteuer und Erschwinglichkeit – perfekt für ein verlängertes Wochenende zu zweit, ohne das Reisebudget zu sprengen. Verschneite Gipfel, kopfsteingepflasterte Gassen und gemütliche Cafés schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig authentisch und bezaubernd ist.

Warum Brașov im Januar die perfekte Wahl ist

Der Januar gehört zu den ruhigeren Monaten in Brașov, was bedeutet: weniger Touristenmassen, niedrigere Preise und eine entspannte Atmosphäre. Die Stadt liegt auf etwa 600 Metern Höhe und präsentiert sich in dieser Zeit oft in glitzerndem Weiß. Während andere europäische Winterziele mittlerweile überlaufen und teuer sind, bleibt Brașov ein echter Geheimtipp für preisbewusste Reisende. Die Temperaturen bewegen sich meist zwischen minus fünf und plus zwei Grad Celsius – packt also eure Winterjacken ein und freut euch auf klare, frostige Tage.

Die Altstadt: Herzstück eurer Entdeckungsreise

Das historische Zentrum von Brașov ist kompakt genug, um es zu Fuß zu erkunden, aber groß genug, um immer wieder neue Ecken zu entdecken. Der Rathausplatz (Piața Sfatului) bildet das pulsierende Herz der Stadt. Umgeben von pastellfarbenen Barockfassaden und gotischen Gebäuden, strahlt dieser Platz eine zeitlose Eleganz aus. Im Januar könnt ihr hier oft noch Überbleibsel der Weihnachtsdekoration bewundern oder einfach die winterliche Stimmung bei einem heißen Glühwein genießen – für etwa 2 bis 3 Euro pro Tasse.

Die Schwarze Kirche ist zweifellos eines der architektonischen Highlights. Diese gotische Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert erhielt ihren Namen nach einem verheerenden Brand im 17. Jahrhundert. Der Eintritt kostet etwa 4 Euro pro Person, und die beeindruckende Sammlung orientalischer Teppiche im Inneren ist jeden Cent wert. Besucht die Kirche am frühen Nachmittag, wenn das winterliche Licht durch die bunten Fenster fällt.

Versteckte Gassen und romantische Winkel

Verlasst die Hauptrouten und schlendert durch die Strada Sforii, eine der schmalsten Gassen Europas mit gerade einmal 1,20 Metern Breite. Diese mittelalterliche Passage zwischen zwei Gebäuden ist ein beliebter Fotospot und kostenlos zugänglich. Weiter geht es zur Weberbastei und den erhaltenen Stadtmauern – perfekt für einen romantischen Spaziergang mit Blick über die verschneiten Dächer.

Der Tampa-Berg: Panoramablicke ohne Preisschock

Der 960 Meter hohe Tampa-Berg thront über der Stadt und bietet spektakuläre Aussichten. Ihr habt zwei Möglichkeiten: Die Seilbahn kostet etwa 8 Euro für die Hin- und Rückfahrt pro Person – eine lohnende Investition bei eisigen Temperaturen. Alternativ könnt ihr den gut markierten Wanderweg nehmen, der etwa 60 bis 90 Minuten dauert. Im Januar kann dieser Pfad vereist sein, also tragt festes Schuhwerk mit guter Profilsohle.

Oben angekommen, werdet ihr mit einem atemberaubenden 360-Grad-Panorama belohnt. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den höchsten Gipfeln der Karpaten. Das berühmte Hollywood-artige Schild mit dem Stadtnamen ist von hier oben gut sichtbar. Nehmt eine Thermoskanne mit heißem Tee mit – es gibt keine Cafés am Gipfel, und die Temperaturen können empfindlich niedrig sein.

Ausflug nach Bran: Mystik in den Bergen

Nur 30 Kilometer von Brașov entfernt liegt das berühmte Schloss Bran, oft als Dracula-Schloss bezeichnet. Öffentliche Busse fahren regelmäßig vom Busbahnhof in Brașov und kosten etwa 3 Euro pro Person für die einfache Fahrt. Der Eintritt ins Schloss beläuft sich auf rund 12 Euro. Im Januar herrscht hier eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre – die nebelverhangenen Türme und verschneiten Zinnen könnten direkt aus einem gotischen Roman stammen.

Plant für den Besuch einen halben Tag ein. Rund um das Schloss gibt es kleine Märkte mit lokalen Produkten, wo ihr traditionelle Wollsocken, Honig oder handgeschnitzte Souvenirs zu fairen Preisen finden könnt.

Kulinarische Entdeckungen ohne Budget-Sprengung

Die rumänische Küche ist herzhaft, wärmend und perfekt für kalte Januartage. In den zahlreichen traditionellen Lokalen der Altstadt zahlt ihr für eine vollständige Mahlzeit mit Vorspeise, Hauptgang und Getränk etwa 12 bis 18 Euro pro Person. Probiert unbedingt Sarmale (Kohlrouladen mit Fleischfüllung), Mămăligă (Polenta mit Käse und saurer Sahne) oder Ciorbă de burtă (Kuttelsuppe), die als Katerfrühstück gilt, aber einfach köstlich schmeckt.

Für Frühstück oder Mittagessen bieten sich die vielen Bäckereien an, wo ihr frische Plăcintă (gefüllte Teigtaschen) für etwa 1,50 Euro bekommt. Dazu einen Kaffee für 2 Euro, und ihr seid bestens gestärkt für weitere Erkundungen. Die Supermärkte in der Stadt sind ebenfalls preiswert – perfekt für ein selbst zusammengestelltes Picknick, auch wenn ihr das im Januar vermutlich drinnen genießen werdet.

Unterkunft: Gemütlich und günstig

Brașov bietet eine breite Palette an Unterkünften für jeden Geldbeutel. Im Januar sinken die Preise deutlich. Private Apartments im Stadtzentrum findet ihr bereits ab 30 bis 40 Euro pro Nacht für zwei Personen. Diese Option gibt euch oft mehr Platz und die Möglichkeit, selbst zu kochen, was zusätzlich Geld spart.

Kleine familiengeführte Pensionen bieten Zimmer mit Frühstück ab etwa 35 bis 50 Euro pro Nacht. Die Gastgeber sind meist herzlich und geben gerne Insider-Tipps. Achtet darauf, eine Unterkunft mit guter Heizung zu wählen – im Januar kann es nachts empfindlich kalt werden. Die Stadtmitte ist ideal gelegen: Alles ist fußläufig erreichbar, und ihr spart euch Transportkosten.

Fortbewegung: Zu Fuß und mit Bus

Die kompakte Altstadt von Brașov erkundet ihr am besten zu Fuß. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten liegen maximal 20 Minuten voneinander entfernt. Für Ausflüge in die Umgebung nutzt ihr das effiziente und extrem günstige Bussystem. Einzelfahrten kosten etwa 0,60 Euro, Tageskarten rund 2 Euro. Die Busse sind zwar manchmal überfüllt, aber pünktlich und zuverlässig.

Taxis sind ebenfalls erschwinglich – rechnet mit etwa 0,50 Euro pro Kilometer. Achtet darauf, dass der Taxameter eingeschaltet ist, oder vereinbart den Preis vorab. Für die ganz Mutigen: Im Winter könnt ihr auch Schlitten mieten und damit die verschneiten Hügel hinuntersausen – ein authentisches und kostenloses Vergnügen, wenn ihr einen lokalen Hang findet.

Winteraktivitäten für Paare

Nur 15 Kilometer von Brașov entfernt liegt Poiana Brașov, das größte Skigebiet Rumäniens. Auch wenn ihr keine passionierten Skifahrer seid, lohnt sich ein Tagesausflug. Die Busfahrt kostet etwa 2 Euro, und vor Ort könnt ihr Ausrüstung für rund 15 bis 20 Euro pro Tag leihen. Anfänger finden hier sanfte Pisten und vernünftige Preise – ein Tagesskipass kostet etwa 25 Euro.

Alternativ bietet sich eine Winterwanderung durch die verschneiten Wälder der Karpaten an. Mehrere markierte Wege starten direkt von Brașov aus. Der Pfad zum Bâlea-Wasserfall oder durch die Sieben-Leitern-Schlucht sind im Winter besonders eindrucksvoll, erfordern aber Trittsicherheit und entsprechende Ausrüstung.

Praktische Hinweise für euren Trip

Die Währung in Rumänien ist der Leu (RON), wobei ein Euro etwa 4,90 Lei entspricht. Geldautomaten gibt es überall in der Stadt, und die meisten Restaurants akzeptieren Karten. Trotzdem ist es ratsam, etwas Bargeld dabeizuhaben, besonders für kleine Läden oder Märkte.

Die Einheimischen sprechen oft Englisch, besonders in touristischen Bereichen. Ein paar Worte Rumänisch werden aber immer geschätzt: „Mulțumesc“ (Danke), „Bună ziua“ (Guten Tag) und „Noroc“ (Prost) öffnen Türen und Herzen.

Kleidet euch im Januar in Schichten. Die Temperaturen können schwanken, und beheizte Innenräume sind oft sehr warm. Wasserdichte Winterstiefel sind unverzichtbar, ebenso wie Mütze, Schal und Handschuhe. Die Sonne geht bereits gegen 17 Uhr unter, also plant eure Aktivitäten entsprechend.

Brașov im Januar ist eine Einladung, die rumänische Seele in ihrer intimsten Form kennenzulernen. Während andere Winterdestinationen mit hohen Preisen und Menschenmassen abschrecken, bietet diese transsilvanische Perle Authentizität, Romantik und Abenteuer zu einem Bruchteil der Kosten. Packt eure wärmsten Kleidungsstücke ein, nehmt euren Lieblingsmenschen an die Hand und lasst euch von dieser unterschätzten Stadt verzaubern.

Was reizt dich an Brașov im Januar am meisten?
Verschneite Karpaten und Skifahren
Dracula-Schloss im Nebel
Kohlrouladen in gemütlichen Lokalen
Romantische Gassen zu zweit
Authentisches Reisen ohne Touristenmassen

Schreibe einen Kommentar