Mitten im Winter, wenn die Landschaft Serbiens unter einer zarten Schneedecke ruht, offenbart sich ein Ort von geradezu mystischer Schönheit: Đavolja Varoš, die „Teufelsstadt“. Für frisch vermählte Paare, die ihre Hochzeitsreise fernab ausgetretener Pfade verbringen möchten, bietet diese außergewöhnliche Naturformation im Januar eine Kulisse, die gleichermaßen romantisch wie surreal wirkt. Die bizarren Steinpyramiden, die sich hier aus der Erde erheben, schaffen eine Atmosphäre, die an eine andere Welt erinnert – perfekt für Paare, die ihre ersten gemeinsamen Tage in einem unvergesslichen Rahmen erleben wollen.
Ein geologisches Wunderwerk mit magischer Winteratmosphäre
Die Formation von Đavolja Varoš besteht aus über zweihundert natürlichen Steintürmen, die durch jahrtausendelange Erosion entstanden sind. Diese Säulen, gekrönt von dunklen Steinhüten, ragen bis zu fünfzehn Meter in die Höhe und verleihen der Landschaft eine fast überirdische Qualität. Im Januar, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, verwandelt sich das Gelände in ein Winterwunderland. Der Schnee betont die kantigen Strukturen der Felsformationen und schafft Kontraste, die Fotografen und Naturliebhaber gleichermaßen begeistern.
Zwei Quellen mit stark mineralisiertem Wasser entspringen hier und haben aufgrund ihres hohen Säuregehalts zu den lokalen Legenden beigetragen. Das Wasser schmeckt merkwürdig und hat der Stätte ihren unheimlichen Ruf eingebracht. Für Hochzeitsreisende bietet diese Kombination aus Naturgewalt und Mythos einen ungewöhnlichen, aber faszinierenden Hintergrund für romantische Momente.
Was Paare im Januar erleben können
Der Januar mag nicht die erste Wahl für eine Hochzeitsreise sein, doch genau darin liegt der Reiz. Die Besucherzahlen sind minimal, was bedeutet, dass ihr die mystische Landschaft oft ganz für euch allein habt. Die markierten Wanderwege durch das Gelände erstrecken sich über etwa eineinhalb Kilometer und führen durch das Herz der Steinformation. Plant für die Erkundung zwei bis drei Stunden ein, abhängig davon, wie oft ihr für Fotos oder einfach nur zum Staunen anhaltet.
Die winterliche Stille wird nur vom Knirschen des Schnees unter euren Füßen unterbrochen. Für Paare, die Intimität suchen, ist diese Abgeschiedenheit unbezahlbar. Packt eine Thermoskanne mit heißem Tee oder Glühwein ein und sucht euch einen Aussichtspunkt, von dem aus ihr die gesamte Formation überblicken könnt. Die Sonnenuntergänge hier sind spektakulär – die tiefen Schatten zwischen den Steinsäulen und das warme Licht schaffen eine dramatische Szenerie.
Die Umgebung erkunden
Etwa zehn Kilometer südlich liegt die Ortschaft Kuršumlija, ein bescheidenes Städtchen, das als Ausgangspunkt für eure Erkundungen dient. Hier findet ihr kleine Cafés, in denen ihr euch bei traditionellem serbischen Kaffee aufwärmen könnt. Die lokale Küche ist herzhaft und perfekt für kalte Wintertage: Probiert Ćevapi, gegrillte Fleischröllchen, oder Ajvar, eine Paprikapaste, die als Beilage serviert wird. Eine warme Mahlzeit in einem familiären Lokal kostet selten mehr als 8 bis 12 Euro pro Person.
Das nahegelegene Kloster Sveta Trojica aus dem 14. Jahrhundert ist ebenfalls einen Besuch wert. Die mittelalterlichen Fresken sind bemerkenswert gut erhalten, und die spirituelle Atmosphäre passt wunderbar zur mystischen Ausstrahlung von Đavolja Varoš. Der Eintritt ist kostenlos, eine kleine Spende ist jedoch willkommen.
Praktische Hinweise für kostenbewusste Hochzeitsreisende
Anreise und Fortbewegung
Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in Niš, etwa hundert Kilometer nördlich. Von dort erreicht ihr Đavolja Varoš am besten mit einem Mietwagen, was euch auch die Flexibilität gibt, die Region nach eigenem Tempo zu erkunden. Mietwagen sind bereits ab 20 Euro pro Tag verfügbar, besonders wenn ihr im Voraus bucht. Die Straßen sind im Januar möglicherweise verschneit, daher solltet ihr ein Fahrzeug mit Winterreifen wählen.

Alternativ verkehren Busse von Niš nach Kuršumlija, wobei die Fahrt etwa zwei Stunden dauert und rund 5 Euro kostet. Von Kuršumlija aus benötigt ihr jedoch ein Taxi oder organisierte Transportmöglichkeiten zu Đavolja Varoš, da öffentliche Verkehrsmittel direkt zur Formation nicht existieren. Ein Taxi für die Hin- und Rückfahrt kostet etwa 15 bis 20 Euro.
Unterkunft mit Charme und kleinem Budget
In Kuršumlija und der näheren Umgebung gibt es zahlreiche Privatunterkünfte und kleine Pensionen, die Zimmer ab 25 bis 35 Euro pro Nacht anbieten. Diese familiengeführten Häuser bieten oft ein herzhaftes Frühstück mit hausgemachtem Brot, lokalem Käse und Aufschnitt – ein wunderbarer Start in den Tag. Die Gastgeber sind in der Regel herzlich und geben gerne Tipps zu versteckten Ecken in der Region.
Für Paare, die etwas mehr Privatsphäre wünschen, gibt es auch komplett ausgestattete Ferienwohnungen, die ihr für etwa 40 bis 50 Euro pro Nacht mieten könnt. Der Vorteil: Ihr könnt selbst kochen und so zusätzlich Geld sparen, während ihr gleichzeitig die Gemütlichkeit eines eigenen Zuhauses genießt.
Verpflegung ohne große Ausgaben
Die serbische Küche ist bekannt für großzügige Portionen zu fairen Preisen. In lokalen Restaurants zahlt ihr für ein komplettes Abendessen mit Vorspeise, Hauptgang und Getränk selten mehr als 15 Euro pro Person. Märkte in Kuršumlija bieten frisches Brot, Käse, Räucherfleisch und eingelegtes Gemüse – ideal für ein Picknick an einem der Aussichtspunkte bei Đavolja Varoš. Ein Einkauf für ein romantisches Mittagessen für zwei kostet etwa 10 bis 15 Euro.
Probiert unbedingt Rakija, den lokalen Obstbrand, der oft hausgemacht ist. In vielen Unterkünften wird er als Willkommensgruß gereicht und wärmt herrlich von innen.
Winterliche Besonderheiten und praktische Tipps
Im Januar können die Temperaturen auf minus fünf bis null Grad fallen, besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden. Packt warme, wasserdichte Kleidung ein, sowie festes Schuhwerk mit gutem Profil. Die Wege können rutschig sein, besonders nach Schneefall oder Frost. Wanderstöcke können hilfreich sein, sind aber nicht zwingend notwendig.
Der Eintrittspreis für das geschützte Naturgebiet liegt bei etwa 2 bis 3 Euro pro Person – ein lächerlich niedriger Betrag für das, was ihr hier geboten bekommt. Die Einnahmen fließen in den Erhalt der Anlage und der markierten Wege.
Plant eure Besuche für die Mittagsstunden, wenn das Tageslicht am hellsten ist. Die Wintertage sind kurz, und gegen 16 Uhr wird es bereits dämmrig. Nehmt Stirnlampen oder Taschenlampen mit, falls ihr länger bleiben möchtet – die Atmosphäre in der Dämmerung ist geradezu magisch, wenn auch ein wenig gespenstisch.
Romantik an einem ungewöhnlichen Ort
Đavolja Varoš mag auf den ersten Blick nicht wie ein klassisches Hochzeitsreiseziel erscheinen, doch genau diese Andersartigkeit macht den Reiz aus. Während andere Paare ihre ersten gemeinsamen Tage an überfüllten Stränden oder in touristischen Städten verbringen, erlebt ihr etwas Einzigartiges. Die gemeinsame Erkundung dieser außergewöhnlichen Landschaft schafft Erinnerungen, die weit über das Gewöhnliche hinausgehen.
Die Kombination aus Naturwunder, kulturellen Entdeckungen und der Herzlichkeit der Einheimischen macht Serbien zu einem unterschätzten Reiseziel. Der Januar bietet dabei den Vorteil niedriger Preise und authentischer Erlebnisse fernab des Massentourismus. Mit einem Tagesbudget von etwa 50 bis 70 Euro für zwei Personen – inklusive Unterkunft, Verpflegung und Transport – ist diese Hochzeitsreise nicht nur unvergesslich, sondern auch bemerkenswert günstig. Die Magie von Đavolja Varoš wartet darauf, von euch beiden entdeckt zu werden.
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