Unwetterwarnung Glatteis in Deutschland: Tief Gunda sorgt für gefährliche Verkehrslage
Deutschland erlebt derzeit eine der gefährlichsten Wetterlagen des Winters. Mit über 5000 Suchanfragen in nur vier Stunden und einem explosionsartigen Anstieg von 1000 Prozent dominiert „Unwetterwarnung Glatteis“ die Google-Trends. Tief „Gunda“ hat dem Land eine tückische Mischung aus gefrierendem Regen und eiskalten Böden beschert, die Meteorologen und Sicherheitsbehörden zu drastischen Warnungen veranlasst. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Lage in die höchste Alarmstufe Rot ein – eine Kategorie, die Gefahr für Leib und Leben signalisiert.
Besonders betroffen sind Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen. Seit Montagmorgen, dem 12. Januar 2026, herrscht in weiten Teilen des Landes Ausnahmezustand auf Straßen und Schienen. Was genau hinter diesem winterlichen Albtraum steckt und warum die Glatteisgefahr so extrem ist, erklärt dieser Artikel.
Glatteis durch gefrierenden Regen: Warum die Warnstufe Rot gilt
Glatteis ist nicht einfach nur rutschiges Eis. Es entsteht, wenn unterkühlter Regen auf gefrorene oder sehr kalte Oberflächen trifft und binnen Sekunden zu einer spiegelglatten, nahezu unsichtbaren Eisschicht gefriert. Diese sogenannte „schwarze Glätte“ ist heimtückisch: Sie ist kaum zu erkennen, bietet keinerlei Grip und verwandelt Straßen, Gehwege und Parkplätze in lebensgefährliche Rutschbahnen. Autos können nicht mehr kontrolliert bremsen, Fußgänger verlieren blitzschnell das Gleichgewicht, und selbst Züge geraten ins Schlingern.
Wintersturm Elli und Tief Gunda: Perfekte Kombination für Glatteisbildung
Die meteorologische Vorgeschichte dieser Krise begann bereits am vergangenen Donnerstag, als Wintersturm „Elli“ Deutschland mit Schneemassen, eisigen Temperaturen bis zu minus 13 Grad Celsius und heftigen Verwehungen überzog. Schneehöhen von 10 bis 15 Zentimetern waren in vielen Regionen keine Seltenheit, der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen, Flüge wurden gestrichen, und die Bevölkerung kämpfte sich durch winterliche Extrembedingungen.
Kaum hatte sich die Lage einigermaßen beruhigt, rückte Tief „Gunda“ nach. Doch statt weiteren Schnees brachte dieses Wettersystem eine noch perfidere Gefahr: gefrierenden Regen. Während die Böden durch „Elli“ durchgefroren waren, setzte „Gunda“ milde Luft in Bewegung, die Niederschläge in Form von Regen mit sich brachte. Das Ergebnis: Die Regentropfen treffen auf eiskalte Oberflächen und gefrieren augenblicklich zu einer gefährlichen Eisschicht.
Verkehrschaos und Schulausfälle: Aktuelle Lage in Hamburg, Dortmund und NRW
Seit Montagmorgen herrscht in vielen Teilen Deutschlands Ausnahmezustand. Besonders dramatisch ist die Situation in Hamburg und Schleswig-Holstein, wo der DWD ab 13 Uhr die höchste Warnstufe ausgerufen hat. Eine Regionalbahn ist im Osterzgebirge entgleist, glücklicherweise blieben die 25 Passagiere unverletzt. Auf den Autobahnen A4 und A45 stauen sich die Fahrzeuge kilometerweit, zahlreiche Unfälle wurden gemeldet.
Besonders in Städten wie Dortmund suchen Menschen verstärkt nach spezifischen Wetterinformationen. Die Suchanfrage „wetter dortmund glatteis“ verzeichnet ebenfalls einen deutlichen Anstieg, was zeigt, dass Bürger gezielt nach lokalen Informationen suchen, um ihre Tagesplanung anzupassen. In Dortmund und ganz Nordrhein-Westfalen wurden bereits mehrere Schulen geschlossen oder auf Distanzunterricht umgestellt. Die Bildungsbehörden in Niedersachsen, Bremen, Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz haben flächendeckend Schulausfälle angeordnet oder Notbetreuungen eingerichtet. An den großen Flughäfen Frankfurt, München und Nürnberg wurden zahlreiche Flüge gestrichen, da das Enteisen der Maschinen unter diesen extremen Bedingungen kaum möglich ist.
Sicherheitstipps bei extremer Glatteisgefahr: ADAC und Behörden warnen
Verkehrsminister und Sicherheitsbehörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, alle nicht notwendigen Fahrten zu vermeiden. Der ADAC rät explizit davon ab, sich mit dem Auto auf den Weg zu machen, solange die Unwetterwarnungen bestehen. Wer dennoch fahren muss, sollte sein Fahrzeug mit Decken, warmen Getränken und einer Notfallausrüstung vorbereiten für den Fall, dass man auf der Straße festsitzt.
Auch Fußgänger sind massiv gefährdet. Stürze auf glattem Eis führen häufig zu Knochenbrüchen, Kopfverletzungen und anderen schweren Verletzungen. Besonders ältere Menschen und Kinder sind betroffen. Experten raten, das Haus nur bei absoluter Notwendigkeit zu verlassen und dabei festes, rutschfestes Schuhwerk mit Profil zu tragen. Im Auto sollte man mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit fahren, abrupte Lenkbewegungen und harte Bremsmanöver vermeiden und ausreichend Abstand zum Vordermann halten. Winterreifen sind Pflicht, doch auch sie bieten auf spiegelglattem Eis nur begrenzten Schutz.
Wettervorhersage: Wann endet die Glatteisgefahr in Deutschland
Die Unwetterwarnungen vor Glatteis wurden vom DWD zunächst bis Dienstagmorgen verlängert, doch ab Dienstag soll sich die Situation allmählich entspannen. Mildere Luftmassen schieben sich von Westen her über Deutschland, am Oberrhein werden sogar Temperaturen bis zu plus 13 Grad Celsius erwartet. Diese Erwärmung lässt das Eis schmelzen und beendet die akute Gefahr zumindest im Westen und Süden des Landes.
Im Osten Deutschlands, insbesondere in Sachsen und Thüringen, bleibt die Lage jedoch noch länger angespannt. Hier können die Temperaturen weiterhin unter dem Gefrierpunkt verharren, sodass die Glatteisgefahr fortbesteht. Bewohner dieser Regionen sollten daher weiterhin die aktuellen Wetterwarnungen des DWD verfolgen und ihre Aktivitäten entsprechend planen. Die massive Suche nach Unwetterwarnungen zeigt, wie ernst die aktuelle Wetterlage von der Bevölkerung genommen wird und wie wichtig es ist, zu Hause zu bleiben und die Wetterlage abzuwarten, bis die Gefahr vorüber ist.
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