Teams-Benachrichtigungen nerven im Videocall? Diese versteckte Einstellung kennen 90% der Nutzer nicht

Wer kennt es nicht: Man sitzt im wichtigen Videocall mit Kollegen oder Kunden, präsentiert gerade die neuesten Quartalszahlen oder erklärt ein komplexes Projekt – und plötzlich poppt rechts unten eine Benachrichtigung nach der anderen auf. Chatnachrichten, Kalendereinladungen, E-Mail-Hinweise. Nicht nur für einen selbst eine massive Ablenkung, sondern je nach Bildschirmfreigabe auch für alle anderen Meeting-Teilnehmer sichtbar. Manchmal enthalten diese Benachrichtigungen sogar vertrauliche Informationen, die definitiv nicht für fremde Augen bestimmt sind.

Microsoft Teams hat sich als Collaboration-Tool in deutschen Unternehmen fest etabliert. Mit der zunehmenden Verbreitung von Remote-Work und Hybrid-Modellen verbringen viele von uns mehrere Stunden täglich in virtuellen Meetings. Dabei wird ein scheinbar kleines Problem schnell zur nervigen Dauerbelastung: die permanenten Benachrichtigungen, die unsere Konzentration zerstören und uns unprofessionell wirken lassen. Studien belegen, dass Ablenkungen während Videokonferenzen tatsächlich ein weit verbreitetes Phänomen sind und die Produktivität erheblich beeinträchtigen können.

Der Schnellzugriff: Status auf Bitte nicht stören setzen

Die einfachste und schnellste Methode, um während eines Meetings Ruhe zu bekommen, ist die Anpassung des eigenen Status. In der oberen Leiste von Teams findet sich das Profilbild mit dem aktuellen Verfügbarkeitsstatus. Ein Klick darauf öffnet ein Dropdown-Menü mit verschiedenen Statusoptionen. Die Option Bitte nicht stören unterdrückt alle Pop-up-Benachrichtigungen, selbst wenn Teams im Hintergrund läuft.

Der Clou dabei: Dieser Status funktioniert nicht nur für Teams-interne Benachrichtigungen, sondern synchronisiert sich auch mit anderen Microsoft-365-Anwendungen. Andere Nutzer sehen dann, dass man gerade nicht gestört werden möchte. Die einzige Ausnahme bilden als Dringend markierte Nachrichten – eine sinnvolle Kompromisslösung für echte Notfälle.

Die dauerhafte Lösung: Benachrichtigungen während Meetings ausblenden

Wer nicht jedes Mal manuell den Status ändern möchte, sollte sich die eingebaute Automatik zunutze machen. Microsoft hat in Teams eine praktische Funktion integriert, die Benachrichtigungen automatisch während Meetings deaktiviert. Der Weg dorthin führt über die Einstellungen: Klick auf die drei Punkte oben rechts in Teams, dann Auswahl von Einstellungen aus dem Dropdown-Menü, Navigation zum Bereich Benachrichtigungen in der linken Seitenleiste. Hier findet sich die Option Benachrichtigungen während Meetings ausblenden.

Aktiviert man diese Funktion, erkennt Teams automatisch, wenn man sich in einem Meeting befindet, und unterdrückt sämtliche Banner-Benachrichtigungen. Das Praktische: Man verpasst trotzdem nichts. Alle Nachrichten landen weiterhin im Aktivitätsfeed und können nach dem Meeting in Ruhe abgearbeitet werden. Diese Einstellung ist besonders für Menschen mit einem vollen Kalender und zahlreichen täglichen Meetings ein absoluter Gamechanger.

Granulare Kontrolle: Benutzerdefinierte Benachrichtigungsregeln

In den gleichen Benachrichtigungseinstellungen versteckt sich noch deutlich mehr Potenzial. Teams erlaubt eine sehr detaillierte Konfiguration, welche Ereignisse überhaupt Benachrichtigungen auslösen sollen. Man kann beispielsweise festlegen, dass nur Erwähnungen mit @-Symbol eine Benachrichtigung erzeugen, während normale Chatnachrichten still im Hintergrund eintreffen.

Besonders interessant sind die zeitbasierten Regeln. Unter dem Menüpunkt Benachrichtigungen lässt sich festlegen, dass zu bestimmten Zeiten generell keine Benachrichtigungen erscheinen sollen. Wer beispielsweise jeden Vormittag von 9 bis 12 Uhr in Meetings sitzt, kann eine entsprechende Regel einrichten. Teams wird dann während dieser Zeitfenster automatisch stumm geschaltet.

Weitere sinnvolle Anpassungen im Benachrichtigungscenter

Die Benachrichtigungseinstellungen bieten noch weitere nützliche Optionen, die viele Nutzer gar nicht kennen. Man kann die Banner-Anzeigedauer anpassen und einstellen, wie lange Benachrichtigungen auf dem Bildschirm sichtbar bleiben, bevor sie automatisch verschwinden. Wer keine akustischen Signale während Meetings möchte, kann die Sound-Benachrichtigungen separat ausschalten. Besonders aktive Teams-Kanäle lassen sich individuell stumm schalten, ohne dass man das gesamte Team verlassen muss. Parallel zu den In-App-Benachrichtigungen kann man auch die E-Mail-Zusammenfassungen nach den eigenen Bedürfnissen konfigurieren.

Bildschirmfreigabe: Doppelt aufpassen lohnt sich

Ein oft übersehener Aspekt: Selbst mit deaktivierten Teams-Benachrichtigungen können während einer Bildschirmfreigabe noch Störungen auftreten. E-Mail-Programme wie Outlook, Browser-Benachrichtigungen von Websites oder Desktop-Meldungen des Betriebssystems laufen unabhängig von Teams. Vor wichtigen Präsentationen empfiehlt sich daher ein kurzer Check.

Windows 10 und 11 bieten mit dem Fokusassistenten eine systemweite Lösung. Diese Funktion lässt sich über die Windows-Einstellungen oder direkt im Info-Center aktivieren und unterdrückt sämtliche Systembenachrichtigungen. Unter macOS erfüllt der Nicht stören-Modus die gleiche Funktion. Beide Betriebssysteme können übrigens ebenfalls zeitbasierte Regeln anlegen.

Mobile Nutzung nicht vergessen

Viele nutzen Teams auch auf dem Smartphone oder Tablet – sei es für spontane Meetings unterwegs oder um erreichbar zu bleiben. Die mobile Teams-App bietet ähnliche Benachrichtigungseinstellungen wie die Desktop-Version. Unter Einstellungen und Benachrichtigungen lassen sich auch hier detaillierte Regeln festlegen.

Ein Tipp für Hybrid-Worker: Die Benachrichtigungseinstellungen synchronisieren sich nicht automatisch zwischen Desktop und Mobilgerät. Wer auf beiden Plattformen störungsfrei arbeiten möchte, muss die Konfiguration auf jedem Gerät einzeln vornehmen. Das mag zunächst umständlich erscheinen, bietet aber auch den Vorteil, gerätespezifische Einstellungen vorzunehmen – etwa striktere Regeln am Laptop im Büro und lockerere auf dem Smartphone.

Die richtige Balance finden

Bei aller Optimierung sollte man einen gesunden Mittelweg finden. Wer sämtliche Benachrichtigungen permanent deaktiviert, läuft Gefahr, wichtige Informationen zu verpassen oder für Kollegen nicht mehr erreichbar zu wirken. Die Kombination aus automatischer Meeting-Unterdrückung und gezielt stummgeschalteten, besonders aktiven Kanälen hat sich in der Praxis als optimal erwiesen.

Manche Teams-Administratoren haben übrigens organisationsweite Richtlinien aktiviert, die bestimmte Benachrichtigungseinstellungen vorgeben oder einschränken. Falls bestimmte Optionen ausgegraut erscheinen oder nicht verfügbar sind, lohnt sich eine Rücksprache mit der IT-Abteilung. Die Investition von fünf Minuten in die Konfiguration der Benachrichtigungseinstellungen zahlt sich jeden Tag mehrfach aus. Meetings verlaufen konzentrierter, Präsentationen wirken professioneller, und die eigene Produktivität steigt spürbar. Teams bietet die Werkzeuge – man muss sie nur nutzen.

Wie oft stören dich Benachrichtigungen in Teams-Meetings?
Ständig ein Albtraum
Oft genug um nervös zu werden
Manchmal aber verkraftbar
Selten habe es im Griff
Nie alles stumm geschaltet

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